Energieeffiziente Absauganlage für HMS Holzindustrie Hagenow

„Unser Ziel war, die Produktivität und die Energieeffizienz bei allen Herstellungsprozessen zu verbessern. Das haben wir dem Investitionsvorhaben konsequent umgesetzt,“ erklärte der Geschäftsführer und Gesellschafter Heinrich Seuffert.

Das in vierter Generation geführte Familienunternehmen, das im Jahr 1898 von Heinrich Martin Seuffert gegründet wurde, ist in der Branche bestens bekannt. Das Hobel- und Sägewerk produziert aus heimischem Nadelrundholz Schnittholz und Hobelware. Die Kunden sind industrielle Weiterverarbeiter von Massivholz wie z. B. die Hobel- und Leimholzindustrie, die Verpackungsindustrie sowie das Holzhandwerk. Ein weiterer, wichtiger Kunde ist der Holzhandel. Die breite Produktpalette, die hervorragende Qualität und die kurzen Lieferzeiten sowie die wettbewerbsfähigen Preise zeichnen das Unternehmen aus und erklären die erfolgreiche Entwicklung.

Die Erweiterung der Produktionskapazität erforderte im Rahmen des Investitionsvorhabens auch eine neue Absauganlage. Gemäß der übergeordneten Zielsetzung war eine der Hauptforderungen die beste Energieeffizienz mit der neuen Absauganlage zu erreichen. Der zuständige Außendienstmitarbeiter von SPÄNEX, Herr Steffen Kalina, hat nach der Klärung der technischen Daten vor Ort und einer intensiven Planungsphase die anlagentechnische Konzeption ausgearbeitet und dem Kunden vorgestellt.

Die Eckpunkte der vorgeschlagenen Lösung können wie folgt zusammengefasst werden:

  • Kompaktfilteranlage mit eingebautem, drehzahlgeregeltem Absaugventilator - Unterdrucksystem,
  • maximaler Absaugvolumenstrom 33.000 m³/h,
  • Gesamtdruckdifferenz 3.800 Pa,
  • Pufferbehälter zur Aufnahme des abgeschiedenen Spänematerials mit einem Fassungsvermögen von 6 m³,
  • Rohrleitungssystem bestehend aus 3 Strängen,
  • Luftrückführung 100 %,
  • gebäudenahe Aufstellung der Filteranlage.

Bei der Vorstellung und Erläuterung der Anlagenkonzeption wurden im Hinblick auf die Energieeffizienz folgende Aspekte besonders herausgestellt:

  • Kompaktfilteranlage als Unterdrucksystem
    Ein Unterdrucksystem zeichnet sich dadurch aus, dass der Absaugventilator auf der Reinluftseite, d. h., nach der Filterstufe, angeordnet ist. Da das abgesaugte Spänematerial vor dem Ventilator abgeschieden wird, kann ein geschlossenes Hochleistungslaufrad mit rückwärts gekrümmten Schaufeln eingesetzt werden. Mit Ventilatoren in dieser Bauweise werden Wirkungsgrade oberhalb von 80 % erreicht. In Verbindung mit dem eingesetzten Antriebsmotor der Effizienzklasse IE 4 kann der Effizienzgrad nochmals verbessert werden.

    Weitere Systemvorteile der Unterdrucktechnik sind darin zu sehen, dass der reinluftseitig angeordnete Absaugventilator praktisch keinem Verschleiß ausgesetzt ist und als potentielle Zündquelle ausscheidet.
  • Drehzahlregelung
    Aus der Erfahrung der Vielzahl der bereits von SPÄNEX gelieferten, drehzahlgeregelten Absauganlagen können wir sagen, dass im realen Betrieb im Mittel nur ca. 50 - 60 % der installierten Motorleistung erforderlich sind. Dieser Effekt kommt durch die automatische und stufenlose Anpassung der Absaugleistung an die jeweilige Bedarfssituation zustande, indem über einen Frequenzumformer die Drehzahl des Absaugventilators verändert wird. Die Erfassung der Betriebssituation und das Stellsignal für den Frequenzumformer liefert der PID-Regler, der in die Schaltung integriert ist.

    Ein weiterer, wichtiger Vorteil der Drehzahlregelung ist die Flexibilität dieser Anlagentechnik. Der für den bestehenden Maschinenpark erforderliche Absaugvolumenstrom beträgt ca.  29.000 m³/h. Die Anlage wurde insgesamt auf einen maximalen Volumenstrom von 33.000 m³/h ausgelegt. Über die Regelung kann das Drehzahlspektrum neuen Betriebsbedingungen angepasst werden, z. B. bei einer Erweiterung des Maschinenparks, so dass die Reserveleistung aktiviert wird, und der maximale Absaugvolumenstrom 33.000 m³/h beträgt.

    Ein weiterer, erwähnenswerter Vorteil ist die Konstanz des Absaugvolumenstroms in allen Betriebsphasen. Bekanntlich erhöht sich während des Betriebes der Druckverlust der Filteranlage, so dass bei ungeregelten Systemen der Absaugventilator von vornherein für eine höhere Gesamtdruckdifferenz ausgelegt werden muss, damit auch in den Betriebsphasen mit höheren Filterwiderständen der notwendige Absaugvolumenstrom erbracht wird. Dieses führt im Mittel zu erhöhten, nicht erforderlichen Absaugvolumenströmen und damit zu einem höheren Energiebedarf.

  • Pufferbehälter
    In dem Behälter des Filtergerätes mit einem Fassungsvermögen von 6 m³ wird das in der Filteranlage abgeschiedene Spänematerial aufgenommen und gepuffert. Beim Erreichen eines vorgegebenen Füllstandes wird das Spänematerial über eine pneumatische Förderanlage in einen Container eingeblasen. D. h., die Austragung mit der Zellenradschleuse und der Transportventilator müssen nicht permanent, sondern nur sporadisch in Abhängigkeit von dem Materialanfall betrieben werden.

    Konsequenterweise ist der Transportventilator auf der Reinluftseite, d. h., vor der Materialaufgabe über die Zellenradschleuse angeordnet und ebenfalls mit einem Hochleistungslaufrad ausgestattet. In Verbindung mit dem eingesetzten Antriebsmotor der Effizienzklasse IE 4 wird auch mit diesem Fördersystem ein besonders hoher Effizienzgrad erreicht.

    Der Transportventilator wird ebenfalls über einen Frequenzumformer betrieben, um unabhängig von dem sich ändernden Widerstand des Einblascontainers den Luftvolumenstrom konstant zu halten.

Die Merkmale dieser Anlagenkonzeption haben die Verantwortlichen von HMS überzeugt, so dass SPÄNEX den Auftrag zur Lieferung und Montage der Absauganlage erhalten hat.

Nach nunmehr fast einer einjährigen Betriebszeit der Anlage kommentiert die Unternehmensleitung das Ergebnis mit der neuen Absauganlage zusammenfassend wie folgt:

„Die Ziele, die wir uns gesetzt haben, wurden mit der neuen Absauganlage zu 100 % erreicht. Beeindruckend für uns ist neben der Energieeffizienz der leise Betrieb der Anlage.“

Einsatzbereich Holz

Einsatzbereich Kunststoff

Einsatzbereich Metall

Einsatzbereich Papier