Großfilter

Übersicht


Leistungsfähigkeit 

 

Das Großfilterprogramm besteht aus zwei Baureihen: 

  • Reihenfilter,
  • Filterhäuser.

Beide Baureihen werden der Kategorie "Großfilter" zugeordnet, da die Filterfläche der Einzelgeräte in der Regel oberhalb von 300 m² liegt.

Die Konzeption der Reihenfilter bietet primär den Vorteil der Erweiterbarkeit, d. h. die Filteranlage kann mit der Produktion und der damit erforderlichen Absaugluftmenge "wachsen". Absauganlagen mit Reihenfiltern für Luftmengen bis 200.000 m³/h befinden sich im Einsatz. 

Filterhäuser sind kompakte Filterstationen mit quadratischer Grundfläche. Durch die integrierte, waagerecht liegende, schwere Schneckenaustragung kann ein großes Puffervolumen (bis zu 30 m³) geschaffen werden, so dass Schwankungen im Materialanfall kompensiert und die Transportanlage intermittierend betrieben werden kann. Die Luftmengenkapazität reicht abhängig von der Anwendung bis 100.000 m³/h. 

Varianten


Sowohl die Reihenfilter als auch die Filterhäuser können als Überdruck- oder Unterdrucksystem (Anordnung des Absaugventilators vor oder nach dem Filtergerät) ausgeführt werden. Die Abreinigung der Filterschläuche kann durch Druckluft (Jet-Puls) oder Spülluft (Prozessluft) erfolgen.

Anwendungen


Reihenfilter


Reihenfilter werden in der Regel bei folgendem Anforderungsprofil eingesetzt: 

- große Absaugluftmengen, 

- große Materialmengen, 

- kontinuierliche Betriebsweise, 

- Erweiterbarkeit. 

  • Große Absaugluftmengen

    Absauganlagen mit Luftmengen > 50.000 m³/h werden vornehmlich mit Reihenfiltern ausgestattet, die als Zwischenfilter eingesetzt werden. Durch die gebäudenahe Aufstellung ergeben sich kurze Wege für die Absaugrohrleitungen und das Rückluftsystem, was zu geringeren Druckverlusten und damit einer energiesparenden Betriebsweise führt.

    Prinzipiell können Reihenfilter beliebig verlängert werden, so dass vorhandene Anlagen an geänderte Bedarfssituationen angepasst werden können.

  • Große Materialmengen

    Die Reihenfilter können mit einem Kratzkettenförderer oder einer Förderschnecke ausgerüstet werden, die in die Trichterelemente eingebaut werden. Durch die Aufteilung der eingebrachten Luft- und Materialmengen auf mehrere Einblaskammern kann ein gleichmäßig verteilter Materialeintrag erreicht werden. Durch eine oder mehrere auf die Trichterlänge verteilte Zellenradschleusen wird das ausgetragene Material an die Transportanlage übergeben.

    Lediglich bei extrem großen Materialmengen werden Zyklone als Vorabscheider eingesetzt und die Filteranlage als Nachfilterstufe genutzt, um die gereinigte Luft in die Arbeitsräume zurückführen zu können. 

  • Kontinuierliche Betriebsweise

    Insbesondere beim Anschluss von Fertigungsstraßen, die mehrschichtig betrieben werden, wird ein 24-stündiger, ununterbrochener Betrieb gefordert. Mit den Abreinigungssystemen Druckluft (Jet-Pulse) und insbesondere Spülluft (Prozessluft) kann diese Forderung erfüllt werden.

    Bei der Spülluftabreinigung wird der auf einem Laufwagen montierte Hochleistungsventilator von Schlauchreihe zu Schlauchreihe bewegt und die aus dem Reinluftraum angesaugte Prozessluft in die Filterschläuche geblasen. Durch den entstehenden Spüleffekt wird der Staubkuchen, der sich auf der Außenseite der Filterschläuche gebildet hat, abgelöst. Um den Abreinigungsprozess nicht zu stören, werden die benachbarten Filterschlauchreihen abgedeckt und eine Durchströmung verhindert.

    Der Abreinigungsvorgang wird entweder differenzdruck- oder zeitabhängig ausgelöst.


Filterhäuser


Für die Filterhäuser gelten im Prinzip bezogen auf die Absaugluft- und Materialmengen sowie die Betriebsweise ähnliche Merkmale wie oben angeführt für die Reihenfilter. Durch die Konzeption dieses Filters ergeben sich folgende Merkmale: 

   Filterhäuser sind kompakte Einheiten mit quadratischer Grundfläche, mit denen ebenfalls große Luft- und Materialmengen
   bewältigt werden können bei geringer Aufstellfläche. Filterhäuser können im Gegensatz zu den Reihenfiltern nicht
   erweitert werden. 

   Das Filterhaus besteht aus der Filter-/Reinluftkammer und einem Behälter, der ein Materialvolumen von bis zu 30 m³
   aufnehmen kann, so dass das abgeschiedene Material darin gepuffert werden kann. Durch diese Möglichkeit können
   Schwankungen im Materialanfall ausgeglichen werden. Ein weiterer, sehr wichtiger Vorteil dabei ist, dass die
   Transportanlage nicht permanent, sondern in der Regel intermittierend und damit energiesparend, betrieben werden kann. 

   Das Material wird über eine stabile, rund laufende, waagerecht liegende Förderschnecke ausgetragen und über eine oder
   zwei Zellenradschleusen an die Transportanlage übergeben. 

   Mit Filterhäusern können Absauganlagen mit einer Luftmenge von bis zu 100.000 m³/h ausgestattet werden. 

   Filterhäuser sind eine Alternative zu den Reihenfiltern, insbesondere wenn die Aspekte Kompaktheit und Materialpufferung
   von Bedeutung sind. 

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Ausführungen

Filter im Baukastensystem

 

Auch die Großfilter sind als Baukastensystem konzipiert, d. h. die Anzahl der unterschiedlichen Bauteile, aus denen ein Filtergerät zusammengesetzt wird, ist relativ gering. Das hat den Vorteil, dass die einzelnen aus verzinktem Blech hergestellten und gekanteten Stahlblechprofile in größeren Stückzahlen gefertigt werden können. Das Ergebnis ist ein sehr gutes Preis-/Leistungsverhältnis.

Die Filter bestehen aus einzelnen Elementen bzw. Modulen:

- Profilstahluntergestell mit Trichter (Reihenfilter) oder Behälter zur Materialpufferung (Filterhaus), 
- Filterkammer, 
- Einblaskammer und
- Reinluftkammer. 

  • Profilstahluntergestell
    Hergestellt aus schweren Profilstahlträgern als verschraubter, biegesteifer Rahmenverband.

  • Trichter (Reihenfilter)
    Der Trichter wird aus verzinkten, gekanteten Stahlblechprofilen gefertigt. Zur Austragung des Materials kann er mit einem stabilen Kratzkettenförderer oder einer Trogförderschnecke ausgerüstet werden. 

    Der Trichter wird im Werk komplett vormontiert.

  • Materialbehälter (Filterhaus)
    Der Behälter wird aus verzinkten, gekanteten Stahlblechprofilen hergestellt. Das abgeschiedene Material wird über eine schwere Austragung mit zwei waagerecht laufenden Förderschnecken mit einstellbarem Zwangsvorschub über zwei Auswurföffnungen und Zellenradschleusen an die Transportanlage übergeben.

  • Filterkammer 
    Die Filterkammern werden standardmäßig in drei Bauhöhen zur Aufnahme der Filterschläuche mit unterschiedlichen Schlauchlängen ausgeführt. Die Qualität des Filtermaterials ist abhängig von dem Anwendungsfall. Im Holzbereich wird standardmäßig bei Rückluftanlagen die Staubklasse M eingesetzt. 

    Die Filterschläuche werden von außen beaufschlagt und sind montage- und wartungsfreundlich mit einem Schnappring in der Filterplatte befestigt. 

  • Einblaskammer
    Die Absaugrohrleitungen werden an separate Einblaskammern über Rückschlagklappen angeschlossen. Durch die Reduzierung der Strömungsgeschwindigkeit und die Strömungsumlenkung werden gröbere Partikel direkt ausgeschieden (Vorabscheideeffekt) und damit die Filterschläuche schonend nur mit Feinpartikeln belastet. 

  • Reinluftkammer 
    In dem Reinluftsammelraum sind der auf einem Laufwagen montierte Spülluftventilator (Spülluftabreinigung) oder die Druckluftlanzen mit Drucklufttank und Magnetventilen eingebaut. 

    Die Reinluftkammer kann erhöht ausgeführt werden, so dass sich ein begehbarer Service- bzw. Wartungsgang ergibt. 


Montage


Die Filtergeräte sind so stabil ausgeführt, dass sie nach dem Zusammenbau auf der Baustelle komplett gekrant werden können. 

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Anlagenbilder